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Kommunaler Hinweis: Oberirdische Kontrolle von Kanaltrassen

Posted 13. August 2026
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Was die Oberfläche über den Kanal verrät: Neuer Kommunaler Hinweis zur Kontrolle von Kanaltrassen

Setzungen in der Straße, neue Baustellen entlang der Trasse, zugewachsene Schächte oder auffällige Gerüche: Nicht jeder Hinweis auf ein mögliches Problem im Kanalnetz findet sich im Kanal selbst. Ein genauer Blick auf die Oberfläche kann deshalb wertvolle zusätzliche Informationen liefern.

Das Kommunale Netzwerk der Abwasserbetriebe hat gemeinsam mit Abwasserbetrieben einen neuen Kommunalen Hinweis zur oberirdischen Kontrolle von Kanaltrassen erarbeitet.

Zentrale Idee: Eine regelmäßige Trassenbegehung kann die klassische Kanalzustandserfassung nicht ersetzen – sie kann sie aber sinnvoll ergänzen. Denn an der Oberfläche lassen sich Informationen erfassen, die für Betrieb, Sanierungsplanung und Risikobewertung von Bedeutung sein können.

Download: „Kommunaler Hinweis: Oberirdische Kontrolle von Kanaltrassen“


Drei Fragen stehen im Mittelpunkt

Bei der oberirdischen Kontrolle einer Kanaltrasse geht es im Wesentlichen um drei Bereiche:

1. Stimmen unsere Bestandsdaten noch?

Der tatsächliche Trassenverlauf, die Lage von Schächten, die Ausführung von Schachtabdeckungen oder erkennbare Veränderungen an Straßen und Bauwerken können mit den vorhandenen Informationen aus Plänen und Kanalkataster abgeglichen werden.

2. Was passiert im Umfeld unserer Kanalisation?

Kanalisation liegt nicht isoliert im Boden. Verkehr, Baustellen, neue Leitungen, schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge, Bäume, Oberflächenversiegelungen oder Veränderungen der Bebauung können Einfluss auf die Leitung und ihren Betrieb haben.

Gleichzeitig entscheidet das Umfeld darüber, welche Folgen eine mögliche Havarie haben kann. Ein Tagesbruch unter einer stark befahrenen Straße ist anders zu bewerten als ein vergleichbares Ereignis auf einer Grünfläche.

3. Gibt es Hinweise auf Betriebsstörungen oder mögliche Schäden?

Auch Betriebsprobleme können sich an der Oberfläche ankündigen. Auffällige Gerüche, Setzungen, Hohlstellen oder Erosionsspuren können Anlass für eine weitergehende Überprüfung geben.

Dabei gilt: Auffälligkeiten an der Oberfläche sind zunächst Hinweise. Sie ersetzen keine weitergehende technische Untersuchung.

Kontrolle mit überschaubarem Aufwand

Ein großer Vorteil der oberirdischen Trassenkontrolle liegt darin, dass sie sich vergleichsweise einfach in bestehende Betriebsabläufe integrieren lässt.

Nicht jede Kontrolle muss als eigenständiger Termin durchgeführt werden. Informationen können beispielsweise auch bei anderen Außeneinsätzen, Straßenbegehungen oder Arbeiten entlang der Kanaltrasse aufgenommen werden.

Besonders wertvoll ist dabei der Austausch innerhalb der kommunalen Verwaltung. Bei Straßenunterhaltung, Sinkkastenreinigung, Arbeiten des Baubetriebshof oder Wegewart können Veränderungen wahrgenommen werden, die auch für den Kanalbetrieb relevant sind.

So entstehen aus vielen einzelnen Beobachtungen zusätzliche Informationen über das Kanalnetz.

Neue Checkliste unterstützt die Praxis

Der Kommunale Hinweis enthält eine Checkliste, mit der die oberirdische Kontrolle dokumentiert werden kann. Sie gliedert sich in fünf Bereiche:

  1. Grundlagen
    Angaben zum Trassenabschnitt, Haltungsnummer, Nennweite, Lage, Kontrollintervall, vorhandenen Lageplänen und Sonderbauwerken.
  2. Umgebungseinflüsse
    Beispielsweise Baustellenaktivitäten, landwirtschaftliche Nutzung, Veränderungen der Verkehrsbelastung, neue Oberflächenversiegelungen, private Eingriffe oder Vandalismus.
  3. Zugänglichkeit und Vegetation
    Kontrolle der Zugänglichkeit der Trasse und der Zuwegungen sowie möglicher Einflüsse durch Baumbestand, Wurzelwachstum und Vegetation.
  4. Indikatoren für Betriebsstörungen
    Erfassung unter anderem von auffälligen Gerüchen, Hohlstellen, Setzungen, Erosionsspuren sowie des Zustands von Ein- und Ausläufen und zugehörigen Bauwerken.
  5. Dokumentation
    Fotodokumentation relevanter Befunde, gegebenenfalls Aktualisierung von Lageplänen, Überprüfung der Inspektionsintervalle sowie Festlegung erforderlicher Maßnahmen.

Informationen nicht nur sammeln – sondern nutzen!

Entscheidend ist, dass Erkenntnisse aus der Trassenkontrolle anschließend auch in die betrieblichen Prozesse einfließen.

Neue Bestandsinformationen sollten beispielsweise im Kanalkataster ergänzt werden. Auffälligkeiten können Anlass geben, Inspektionsintervalle zu überprüfen, weitergehende Untersuchungen durchzuführen oder unmittelbar betriebliche beziehungsweise bauliche Maßnahmen einzuleiten.

Auf diese Weise wird aus einer vergleichsweise einfachen oberirdischen Kontrolle ein zusätzlicher Baustein für Betriebssicherheit, Substanzerhalt und vorausschauendes Asset Management.

Der Kommunale Hinweis „Checkliste: Oberirdische Kontrolle von Kanaltrassen“ wurde im Kommunalen Netzwerk der Abwasserbetriebe gemeinsam mit Abwasserbetrieben entwickelt und steht den Netzwerkpartnern als praktische Arbeitshilfe zur Verfügung.

Download: „Kommunaler Hinweis: Oberirdische Kontrolle von Kanaltrassen“

 

 

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